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Lerntagebuch – Wieso? Weshalb? Warum?

Manche Schüler und Eltern kennen das Lerntagebuch schon aus der Grundschule. Vielen anderen ist es fremd. Was neu und fremd ist wird entweder erst einmal kritisch beäugt oder bejubelt oder rigoros abgelehnt - je nach Persönlichkeitstyp, Veranlagung und Risikobereitschaft. Doch was hat es mit diesem Lerntagebuch tatsächlich auf sich? Dient es der elterlichen Kontrolle? Ist es ein Hilfsmittel für schwache SchülerInnen? Welchen Nutzen hat das Ganze? Und vor allem, wem nutzt es langfristig?
Eltern können durch das Lerntagebuch mitverfolgen was in der Schule „gelaufen“ ist, welche Hausaufgaben anstehen, was das Kind sonst noch zu Hause noch zu tun hat, was ihm leicht oder schwer gefallen ist. Kinder, die (noch) sehr unstrukturiert sind gibt es eine gewisse Form vor, die hilfreich ist. Eltern, deren Kinder eher wortkarg sind, was die Schule betrifft, bekommen einfach mehr mit. Sie kommen mit ihrem Kind leichter ins Gespräch. Es erleichtert tatsächlich die tägliche Kontrolle. Diese, gerade aufgezählten Punkte, sind sehr schöne „Begleiterscheinungen“, doch nicht die eigentliche Aufgabe eines Lerntagebuchs. Spätestens in der Pubertät empfinden Kinder/Jugendliche diese elterliche Kontrolle, vorsichtig ausgedrückt, als nicht so passend. Also muss ein Lerntagebuch doch eigentlich einen weiteren, tieferen Sinn haben. Doch welchen?
Und tatsächlich - ein Lerntagebuch kann viel mehr. Es unterstützt das Kind/den Jugendlichen sein Lernverhalten zu beobachten und darüber nachzudenken. Dabei ist es wichtig, dass die SchülerInnen einerseits erkennen was schon gut läuft und andererseits feststellen was sie an ihrem Lernverhalten ändern sollten. Fragen stellen ist dabei ein ganz wichtiger Bestandteil: Welche Lernziele wurden schon erreicht? Was klappt gut? Und vor allem, warum klappt es gut? Was mache ich wirklich gerne? Wie fühle ich mich, wenn mir etwas so richtig gut gelungen ist? Warum misslingt mir noch manches? Strenge ich mich genug an um meine Ziele zu erreichen? An was könnte es trotz Anstrengung liegen, dass ich mein Ziel noch nicht erreicht habe? Sind meine gesteckten Ziele zu hoch oder zu gering? Könnte ich vielleicht mehr? Was bin ich tatsächlich bereit zu tun? …. Erst wenn dem Kind/Jugendlichen klar ist, wo es „Lerntechnisch“ steht, kann es handeln.
Jeder von uns weiß, wie schwierig es ist sein Verhalten zu ändern und sich jeden Tag aus Neue zu motivieren. Sich endlich gesünder zu ernähren, einen Spanischkurs zu belegen, Stapel im Arbeitszimmer erst gar nicht entstehen zu lassen oder regelmäßig joggen zu gehen, wären typische Beispiele. Auch wir Erwachsene beginnen eine Veränderung mit einer Bestandsaufnahme, legen ein erreichbares Ziel fest, überlegen wie wir „dahin kommen“ und wie wir uns belohnen könnten. Und auch wir nutzen dabei Hilfsmittel – seien es Zettelchen, Erinnerungs-SMS, Fotos, Gewichtstabellen/Gewichtskurven oder…… alles was uns eben hilft uns zu strukturieren und unser Ziel zu erreichen. Wir machen uns ein stückweit unabhängig von Anderen. Wir erkennen unsere eigenen Stärken und was uns persönlich hilft um erfolgreich zu handeln. Genau das macht ein Lerntagebuch, selbstverständlich angepasst an das jeweilige Alter - von der Grundschule bis zum Studium. Und wenn Schule und Ausbildung vorbei sind? Lebenslanges Lernen ist das Thema unserer Zeit. Eigenverantwortliches Arbeiten (EVA) und Selbstorganisiertes Lernen (SOL) sind wichtige Voraussetzungen damit Lernen gelingen kann und das Lerntagebuch ist ein einfaches und dennoch wirkungsvolles Hilfsmittel, dass unsere Kinder/Jugendliche langfristig dazu befähigt Verantwortung für sich zu übernehmen und das Lernen selbstständig zu organisieren.
Eine Wunderwaffe oder Zauberbuch ist es jedoch nicht. Lernen braucht Zeit! Geben Wir dem Lerntagebuch und vor allem unseren Kindern Zeit, sich aneinander zu gewöhnen – ich bin überzeugt - es lohnt sich!
Dorothea Kreß